Neue Presse, 12. 11. 1997
"Zeige mir deine Hand und ich sage dir, wer du bist - sie sind unter uns".

  Neustadt (ah). Man sagt, er habe die Fähigkeit, alles über einen Menschen aus der Hand zu lesen - Alexander Golandsky aus Neustadt. Reiht sich dieser Mann ein in die Gruppe der vielbesuchten, aber auch vielumstrittenen "Wahrsager"? Was steckt wirklich hinter diesem Phänomen?
 
Eine Urkunde des Instituts für Parapsychologie und Grenzwissenschaften weist ihn als Diplom-Chirologen aus. Sie hängt zwischen Bildern der Hände von Persönlichkeiten an der Wand seines Büros. Wozu andere Jahre brauchten, das hat Alexander Golandsky in wenigen Monaten geschafft.

Dazu wurden ihm Fotos von Händen zur Verfügung gestellt, deren Handeigner dem Institut mit allen Eigenschaften bekannt waren. Seine Prüfer bestätigten ihm eine außergewöhnliche Begabung in wissenschaftlichen Lesen von Handlinien. Schon viele waren bei ihm, um sich auf diese Weise Auskünfte zur geeigneten Berufswahl, Persönlichkeitseigenschaften und deren Beeinflussung und ihre persönliche Zukunft zu holen. Selbst Krankheitssymtome kann er erkennen und entsprechende Hinweise geben. Dem geht eine erste Grobeinschätzung mittels Lupe voraus und so mancher Handeigner war bereits nach wenigen Minuten verblüfft, auf welche detaillierten Aussagen zur Person Alexander aus den Händen schließen konnte.

Doch damit ist die Prozedur der Analyse noch keineswegs abgeschlossen, sondern geht jetzt erst einmal ins Detail. Darin unterscheidet er sich ganz wesentlich von den "Wahrsagern" mit Glaskugel und Karten, hier geht es wisssenschaftlich zur Sache. Die Hände werden mit einem besonderen Scanner in den Computer eingelesen. Über ein eigenes für diesen Zweck erstelltes Spezialprogramm werden die Feinlinien der Hände untersucht. Enorme Vergrößerungen um das 10.000-fache erlauben es dem Neustadter Chirologen, bis "in die hintersten Winkel" vorzudringen und daraus Erkenntnisse über die Person abzuleiten. Diese Arbeit des Aufspürens und Vergleichens mit tausenden anderer Beispiele dauert etwa 15 bis 18 Stunden.

Dann erstellt Alexander Golandsky ein schriftliches Persönlichkeitsgutachten, das der Handeigner mit nach Hause nehmen, von Zeit zu Zeit erneut durchlesen und Rückschlüsse ziehen kann. Diese Kleinarbeit und die schriftliche Fixierung der Erkenntnisse über den einzelnen Menschen unterscheidet ihn noch einmal ganz entscheidend von den zweifelhaften Damen und Herren, die den Leuten meist nur etwas vormachen und die schnelle Mark kassieren wollen. Zu ihm können sie immer wieder kommen.

Er hat ein gutes Gewissen, braucht nicht von Stadt zu Stadt zu flüchten. Seine Aussagen beruhen auf fundierten wissenschaftlichen Kenntnissen, auf die immer mehr Forscher aufmerksam werden. Nicht wenige haben sich bei ihm bedankt, weil sich Vorausgesagtes bewahrheitet hat. Selbst Krankheiten konnten so gefunden und etwas dagegen getan werden. Beispiele gibt es genug, allerdings behandelt der Chirologe alles vertraulich.

Schon seit neun Jahren betreibt Alexander Golandsky das Studium der Hände mit all ihren besonderen Merkmalen: Linien, Formen der Finger, Berge in den Handflächen und die Fingernägel. Was er herausgefunden hat, ist in seinem Kopf und in seinem Computer gespeichert. Gleichheiten und Ähnlichkeiten lassen auf gleiche Persönlichkeitseigenschaften, Charakter, Konstitution, Gesundheit und Verhaltensweisen schließen. Dazu muß man als Handleser selbst über besondere Fähigkeiten und eine hohe Sensibilität verfügen. So wurden auch bestimmte Linien in den händen aller bekannten Chirologen entdeckt. Der gelernte Einzelhandelskaufmann, der heute im elterlichen Geschäft arbeitet, fing vor fast einem Jahrzehnt an, Menschen in Diskos aus der Hand zu lesen. nahezu immer mußten diese dann feststellen, wie sehr Alexander Golandsky mit seinen Aussagen ins Schwarze getroffen hatte.

Er fing an alle verfügbaren und beschaffbaren Bücher über die wissenschaftliche Handlesekunst zu "verschlingen". Heute gilt er bereits als ein Genie unter Seinesgleichen. Deshalb besuchte in das MDR-Fernsehteam von "Außenseiter - Spitzenreiter". Die Sendung sorgte für einige Furore in Neustadt. Sein jüngstes Fernsehdebüt hatte er bei "Vera am Mittag" in SAT1. Immer mehr widmet er sich neben seiner Lebenshilfe, wie Alexander Golandsky sein handlesen verstanden haben möchte, der Forschungsarbeit. So ist er derzeit dabei zu ermitteln, ob man in den Händen von Mördern und Gewaltverbrechern Hinweise auf ihre eventuelle Veranlagung finden kann.