Neue Presse, 13.10.2005
"Dein Schicksal steht in deinen Händen"

Nach dem Debakel der Meinungsforscher zum Ausgang der vorgezogenen Neuwahlen sprach die NP mit Alexander Golandsky, einem Neustadter Chirologen (Schicksalsdeutung aus dem Verlauf der Handlinien).

Dabei handelt es sich nicht um die (unwahrscheinliche) Vorhersage von zukünftigen Einzelereignissen zu festgelegten Terminen im Lebeneines Menschen. Vielmehr befasst sich die Kunst des Handlienien-Lesens vorangig mit den Charaktereigenschaften und damit verbunden, die Art und Weise, wie der einzelne mit den Herausforderungen seines persöhnlichen Schicksals umgehen kann.

Eine zweite, bei uns weniger bekannte Form der Chirologie ist die medizinische Seite, bei der die Handinnenflächen als Abbildung der inneren Organe betrachtet werden, ähnlich dem Schema der Fußreflexzonen. Die fünf Hauptlinien, die bei jedem am ausgeprägtesten sind, werden auch als Beueglinien bezeichnet, obwohl sie nicht durch die Bewegung der Hand entstehen. Untersuchungen haben gezeigt, dass sich die Linien in der Hand des Embryos bereits bilden, bevor die Hände überhaupt bewegt werden können. Ihr Verlauf ist sozusagen von Geburt an festgelegt. Nun hat Alexander Golandsky anhand der Abbildungen von jeweils einer Handinnenfläche im Magazin "stern" ein kurzes Persöhnlichkeitsprofil erstellt. Bei Gerhard Schröder leitete es aus dessem Linieverlauf einen beruflichen Rücktritt ab, der jetzt drei Wochen später auch tatsächlich erfolgt ist.

Darüber hinaus bezeichnete Golandsky denbisherigen Kanzler als einen gefühlsvollen Menschen, der spontan und mitunter schwer berechenbar sei. Das Auf und Ab seit dem Wahlabend scheint diese Einschätzung zu bestätigen. Die Kandidatin Angela Merkel sprach er denberühmten 6.ten Sinn zu und Führungsqualitäten, die sie jetzt ans ziel bringen werden. Man kann davon ausgehen, dass die Abstimmung im Bundestag dies bestätigen wird. Wie bereits im vorherigen Bericht erwähnt, sind die Erkenntnisse, die Alexander Golandsky aus jeweils nur einer Handfläche der politiker gewinnen konnte, nicht als der Weisheit letzter Schluß anzusehen. Um die gesamte Persöhnlichkeit eingehend beurteilen zu können, ist die Betrachtung beider Hände unerlässlich.

Interessant sind auch die Einschätzungen der anderen Parteispitzen, die Golandsky ebenfalls abgegeben hatte, aber im Bericht zur Kanzlerfrage von uns nicht berücksichtigt wurden. Joschka Fischers Lebenslinie verbindet sich an zwei Stellen kurz mit der Schicksalslinie. Dazu sagte Golandsky, es handelt sich um einen Menschen, der seineZiele nicht ausschließlich nach Macht und Ansehen ausrichtet, sondern nach innerer Befriedigung in einer Aufgabe sucht.

Mit seinem kurz nach der Wahl verkündeten Rückzug auf die Position eines Bundestagsabgeordneten scheint diese Aussage sich zu bestätigen. Guido Westerwelle wiederum sah Alexander Golandsky als einen vom Karrieredenken geprägten ehrgeizigen Mann an, der auch von Egoismus beeinflusst ist. Vielleicht hat dieser Egoismus am Wahlabend düe Überhand gewonnen, als Guido Westerwelle sich bereits als Königsmacher sah und mit seiner hartnäckigen Weigerung, Gespräche auch mit der SPD zu führen, seine eigenen Partei letztendlich auf die Opposotionsbänke führte. Aus Edmund Stoibers Linienverlauf erkannte Golandsky einen Menschen, der neben Ausdauer und einem eisernen Willen über einen ausgeprägten Geschäftssinn verfügt. Im übertragenen Sinne scheint Edmund Stoiber jetzt den Gewinn aus seiner Treue zu Angela Merkel einzufahren.

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