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Verschiedene Konzepte der Heilung
Die Hauptaufgabe eines Schamanen beim Heilen ist es, die spirituellen Voraussetzungen für die Genesung des Patienten zu schaffen.
Ein Schamane arbeitet nie in erster Linie körperlich und auch nicht psychologisch, sondern spirituell.
Der Umgang mit Heilkräutern, Medizin, Handauflegen, Chakren etc. spielt eine untergeordnete Rolle. Im uns bekannten Sinne wird einem Patient eine Medizin oder ein Heilkraut verordnet, welches dann im Organismus des Patienten eine ganz bestimmte heilende oder lindernde Wirkung hervorruft.
Die Schamanen gehen noch einen Schritt weiter:
Wir wissen, dass der Schamane mit der Welt der Geister und der Götter in Verbindung steht.
Der Schamane ist ein Wanderer zwischen diesen Welten. Die Geister, auch die Spirits genannt, sind die Verbündeten und Helfer eines Schamanen. Wenn sich der Schamane in eine nichtalltägliche Bewusstseinsebene versetzt, kann er mit Hilfe seiner Verbündeten und Spirits in andere Wirklichkeiten reisen und dort entweder die notwendigen Heilarbeiten verrichten, oder Erkenntnisse, Informationen und Rat sammeln.
Der Schamane fungiert in dieser Heilarbeit als der Träger spiritueller Heilkräfte. Er bittet seine Spirits um Hilfe für seine Klienten. Die Ausführenden und Heilenden sind dann diese spirituellen Kräfte, der Schamane ist lediglich ein Medium.
Hier mag der Vergleich mit einem Geistheiler oder einem Geistlichen helfen: Auch diese sehen sich als Kanal für eine göttliche Kraft. Nicht sie selbst sind die Heilenden, sondern höhere Kräfte, die durch ihre Vermittlung in den Körper des Patienten einfliessen können und die Selbstheilung aktivieren.
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Ein Beispiel
In der schamanischen Sicht sind die Übertragungsmöglichkeiten der spirituellen Kräfte für die Gesundung des Klienten sehr vielfältig, wie ich an folgendem Beispiel darstellen möchte:
Der Schamane erhält von seinen spirituellen Kräften die Information, dass eine bestimmte Pflanze den Heilprozess des Klienten unterstützt. Die Heilkraft dieser Pflanze kann nun nach folgenden Möglichkeiten übertragen werden:
- Der Schamane unternimmt eine Reise in die Nichtalltägliche Wirklichkeit und besucht das spirituelle Energiefeld dieser Pflanze. Mit Hilfe seiner Geister transportiert er die Heilkraft aus der spirituellen Wirklichkeit - auch Nagual genannt - in die alltägliche Wirklichkeit (den Tonal). Zurück von dieser Reise wird er die Heilkraft der Pflanze einblasen, einrasseln, eintrommeln, über die Hände einleiten, über einen Gesang einschwingen
- Der Schamane nimmt diese Pflanze persönlich ein - als Tee oder lediglich ein Blatt kauend - um die Information der Pflanze über die Schleimhäute einzunehmen und überträgt dann die Heilwirkung auf den Patienten.
- Die Pflanze wird vom Patienten selbst eingenommen. Nun kann dies jedoch durchaus eine Pflanze sein, die keinerlei Wirkstoffe beinhaltet, die im klassischen Sinne förderlich für die Krankeit des Klienten wären. Diese Pflanze wurde dann deshalb gewählt, weil es sich um eine Medizinpflanze ist, mit deren spiritueller Energie der Schamane persönlich gut arbeitet. In diesem Falle würde man diese Pflanze als pflanzlichen Verbündeten bezeichnen. Die Kraft in dieser Pflanze liegt nicht darin, daß sie krankheitsspezifische Stoffe enthält, sondern diese Pflanze ist dann der Träger der heilenden Kräfte des Schamanen, der heilenden Kräfte seiner spirituellen Helfer und Geister.
Übrigens: Welche der Vorgangsweisen der Schamane nutzt, teilen ihm seine Geister mit.
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Heilen von spirituellen Feldern
Nach schamanischer Vorstellung hat jeder Mensch in der körperlichen, wie in der psychischen und der mentalen Welt verschiedene Kräfte und Energien, die auch Verbindungs-Tore in die spirituellen Nagualwelten sind. So besitzt jeder Mensch z.B. ein Krafttier.
Das Kraftier repräsentiert eine Medizin - eine Energiefrequenz - die heilend, stärkend und unterstützend unser Leben begleitet. Vernachlässigen wir nun unseren Körper, unsere Psyche oder unseren Geist (durch Drogen- und Medikamentenmissbrauch, Fehlernährung, mangelnde Bewegung, durch Phlegma und Sichgehenlassen, durch negative Gefühle wie Ängste, Neid und Missgunst, etc.) wird sich unser Krafttier nicht mehr bei uns wohlfühlen und unser Energiefeld verlassen.
So entsteht ein Defizit, ein leerer Raum, der mit einer Energie besetzt wird, die dann dort nicht richtig am Platze ist: Schwäche, Erkrankungen und Beschwerden entstehen. Auch andere spirituelle Energien und Kräfteausrichtungen verlassen uns, wenn wir nicht gut zu uns selber schauen.
Schwere Schicksalsschläge, Liebeskummer, Traumatas und Stress hingegen können im schamanischen Heikonzept zur Flucht von Seelenanteilen führen: Wir kennen dieses Phänomen aus der Psychologie als "Partielle Dissoziation". Hier entsteht im Seelenfeld ein Vakuum, welches durch eine Energie aufgefüllt wird, die dort nicht hingehört.
Ein Schamane kann nun unter Hilfe seiner Krafttiere und Verbündeten die verlorenen Kräfte und Energien wieder an seinen ursprünglichen Platz zurückführen.
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